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Tenger Caldera kurz nach Sonnenaufgang

(Doppelcklick auf blau hinterlegte Bilder führt zur Vollbildansicht)

Reiseziel: Diverse Vulkane  auf Ostjava und Flores

Route: Jakarta - Yogyakarta -  Vulkan Merapi -  Tenger Caldera mit Vulkanen Batok, Bromo -  Vulkan Semeru - Ijen Plateau mit Vulkan Kawah Ijen - Banyuwangi - Bali (Kuta) - Maumere (Flores) - Vulkan Egon - Vulkan Kelimutu - Ende - Labuanbajo - Rinca und Komodo - Sape - Bima - Denpassar/Kuta - Jakarta

Reisezeit: 02.08.-22.08.2004

Reiseteilnehmer:  Bernd Biedermann und Rainer Albiez, Filderstadt

 

Reisebericht

2. August 2004: Nach langer Zeit des Wartens auf den Urlaub sowie ausgiebiger Vorbereitung geht es endlich los.  4 Wochen  Java, Bali, Lombok, Sumbawa und Flores stehen vor uns. Zuerst geht es aber  von Frankfurt über Dubai nach Jakarta. Dachte ich zumindest bis  Bernd, der den Flug buchte) zu mir im Flugzeug sagte er glaube wir haben noch einen Zwischenstop..... über Dubai, Colombo und Singapur kamen wir dann nach etwa über 20 Stunden in Jakarta an. Leider eine Stunde zu spät, so dass wir keinen Anschlussflug nach Yogyakarta bekamen.

 

Der Zug brachte uns dann über Semarang nach Yogyakarta wo wir am  morgen des 4. August dann bei Dominique einem dort ansässigen Reiseveranstalter (www.azimuth-travel.com) ankamen  um mit Hilfe seiner Organisation die Tour zu beginnen. Nun fehlte aber der Führer. "Schon was gespart" dachten wir uns und für die Besichtigungen der Tempelanlagen von Prambanan und Borubodur reichte uns auch ein Fahrer. Am Abend des selben Tages wollten wir dann den Gunung Merapi, einen überaus aktiven Vulkan  in der nahen Umgebung von Yogya besteigen. Dominique vermittelte uns einen Ersatzführer und wir fuhren nach Selo, dem Ausgangsort für  Merapi Touren. Dort kam noch ein Local Guide hinzu, und es gab einige Diskussionen ob wir wieder nach Selo oder zum Observatorium nach Babadan an der Westflanke des Merapi absteigen. Nach 1 Stunde Diskussion und 50.000 Rupien Mehrpreis konnten wir uns durchsetzen, die  im Nachhinein wenig zweckmäßige und viel längere Abstiegsroute nach Babadan zu laufen.

 

Um 00:30 Uhr des 5. August begannen wir dann die 1500m Höhenunterschied die uns vom Gipfel des Merapi noch trennten zügig zu verringern. Zu zügig für Dominiques rauchfreudigen Ersatzguide, den wir nach 30 Minuten wegen Gefahr eines Kreislaufzusammenbruchs zurückschicken mussten.  Von nun an ging es nur noch mit dem lokalen Führer weiter, was auch völlig ausreichend war.  gegen 3 Uhr 30 erreichten wir dann  zum Glück noch im Dunkel den Dombereich und stiegen zu den Flanken des alten Lavadoms ab.

Blick vom Gipfel auf den alten Lavadom

Rotglut in ca. 20cm Tiefe

Blau flammende Entgasungen und rotglühende Steine ließen sich dabei gut beobachten, die mitgeführte Gasmaske erwies sich dabei als überaus nützlich. Beim  Aufbrechen des Bodens und Stochern in der Rotglut  versenkte ich allerdings die Plastikteller meiner Stöcke, was das weitere Wandern ein wenig erschwerte. Nichts denken rächt sich eben!!!!

Oben am Gipfel kamen wir dann als erste gegen 5:30 an, kurz darauf kamen weitere Touristen hoch und  nach Sonnenaufgang füllte sich der Gipfelbereich ein wenig.  Dafür wurde aber auch ein perfekter Sonnenaufgang und ein traumhafter Blick auf den stark dampfenden nicht zu betretenden neuen Lavadom die Vulkane Merbabu ( 3142 m. ü.NN, der große Bruder des 2914 m hohen Merapi), Sumbing (3371m) und Sundoro (3136m) sowie über  Solo, Yogya bis zum Dieng Plateau geboten.

Blick zu Sumbing, Sundoro, Dieng Plateau

Ein Abstecher zum stark fumarolen alten Lavadom brachte uns wieder Ruhe. Gegen 9 Uhr stiegen wir dann   in Richtung  des auf ca. 1200  m.ü.NN gelegenen Observatoriums Babadan ab. D der Guide diesen Weg noch nie gelaufen war verliefen wir uns zu allem Überfluss auch noch und verfluchten unsere Entscheidung, unbedingt in diese Richtung abzusteigen.

Man sollte  besser auf die lokalen Guides hören als Tipps aus Deutschland durchzusetzen. Während wir in 2 Stunden  bis Selo gelaufen wären dauerte diese Route 5 Stunden bei schlechtem Weg und wenig neuen Erkenntnissen. Nunja, gegen 14 Uhr  kamen wir dann an, kurz darauf traf unser Fahrer ein und wir wurden nach zu Dominique gefahren. Ihm war ein wenig peinlich, dass der Führer schlapp machte, allerdings war unser planmäßiger Führer immer noch nicht eingetroffen.

Blick von Babadan auf den Merapi

Wir einigten uns darauf, dass wir unsere geplante Tour verkürzen und den größten Teil ohne seine Hilfe  durchführen. Nur einen Fahrer für die nächsten 2 Tage hätten wir gerne und da hatte er einen guten Mann parat, der uns über Purwodadi zu den Schlammfeldern von Kuwu und danach zum Bromo bringen wird. Nach einem Essen in Yogya beladen wir unser Auto und ab geht's nach Purwodadi, einer Kleinstadt in der Nähe von Semarang. Dort kommen wir am gegen 20 Uhr an und beziehen unser einfaches Hotel. Todmüde fallen wir ins Bett.

6. August: Morgens gegen 8 Uhr fahren wir in Richtung Kuwu los. Dort besuchen wir ein großes Feld mit geothermaler Aktivität. Unterirdisches Wasser  schiebt sich zur Oberfläche und bildet riesige Schlammfelder. Die im Schlamm aufsteigenden Gase (nach Öl riechend) bilden bis zu 6 Meter große Schlammblasen die mit dumpfem Knall platzen.  Ein wenig Vorsicht ist angebracht, denn auch die oberflächlich abgetrockneten Teile können sehr brüchig sein. Ruckzuck sackt man in den Schlamm ein und ich hatte das Vergnügen, mein bis zum Schritt verdrecktes Bein von diesem Lehmartigen Schlamm zu säubern. 

Platzende Schlammblase in Kuwu

 

Nach 2 Stunden Aufenthalt ging es dann in ca. 6 Stunden Fahrt bis Ngadisari wo Bernd unbedingt im Hotel Yoschi nächtigen wollte. Schöner ist es in Cemoro Lawang am Kraterrand aber das Hotel ist  ganz gut und das Personal organisiert alles was man möchte. Wir buchten die Bromo-Tour am nächsten morgen.

 

7. August: Gegen 3:30 Uhr wurden wir einmal mehr viel zu früh geweckt und um 04:00 Uhr fuhren wir mit Jeeps zum Aussichtspunkt Gunung Penanjakan wo sich zum Sonnenaufgang  eine nicht mehr zählbare Menge Touristen auf kleinstem Raum zusammenzwängt. In der Ferne sehen wir im Dunkel der Dämmerung Feuer an den Hängen hinter dem Bromo und vermuten freudig eine Seiteneruption mit Lavaflüssen. Das ganze entpuppt sich später aber einfacher Buschbrand.

Der morgendliche Blick über die Tenger Caldera ist grandios aber der Platz ist einfach zu überlaufen. Besser wäre es, mit einem  eigenen Fahrer jenseits der Gruppen irgendeinen anderen, ruhigen Platz auf halber Höhe  an der Straße zu finden.  Anschließend  fuhren alle  Gruppen zum Bromo, wo geschäftstüchtige Einheimische  fußkranken Touris  Esel für überteuerte Preise anbieten. In 5 Minuten ist man die Eselstrecke umsonst und fast schneller selber gelaufen aber viele Touris mögen es, das Glück der Erde auf dem Rücken der Pferde zu erleben. Oben am Kraterrand herrscht dann ziemliches Gedränge aber schon 30 Minuten später verschwinden die Massen wieder und man kann ziemlich ungestört den leicht vor sich hin dampfenden, ca. 100 m. liefen und 600m breiten Krater umrunden.  Wir bleiben noch ein wenig oben und  reiten anschließend ein wenig durch die Tenger Caldera. Die lahmen Pferde nerven ebenso wie die faulen Führer und ich bin froh als ich nach über eineinhalb Stunden Ausritt in Cemoro Lawang ankomme wo wir mit dem Bus zum zu unserem Hotel zurückfahren. Wir wären besser gelaufen.....

Wir organisieren für ungefähr 8 Euro p.P. einen Transport vom Yoschi durch die Tenger Caldera zum etwa 15 km entfernten Ranu Pani, unserem Ausgangsort für den Aufstieg zum Semeru, dem Highlight unseres Urlaubs. In Ranu Pani angekommen werden wir gleich bei Pak Tasrip's homestay abgeliefert. Der Alte  ist  scheinbar DIE ADRESSE für Semeru Trekking und obendrein ein absolutes Original. Er organisiert uns Führer, Träger und Verpflegung für die nächsten 2 Tage und wir finden bei ihm Unterkunft.  Wir bezahlen 3 Euro für das Doppelzimmer pro Nacht, entsprechend einfach ist die Unterkunft, dennoch im Großen und Ganzen sauber und das Abendessen ist auch ok.  Einzig die Heizung fehlt. 12 Grad Raumtemperatur in der Nacht 

Pak Tasrip in Ranu Pani

lassen uns in unseren dünnen Schlafsäcken ein wenig frieren und uns Böses für die folgende Nacht im Zelt auf 3000 m Höhe ahnen. Wir auf allen indonesischen Vulkanen treffen wir auch hier einige Franzosen mit denen wir uns en wenig unterhalten.

Bei einem kurzen Ausflug durch die Ortschaft  hängt sich ein indonesischer Student an uns ran und labert uns zu. Wir versuchen ihn loszuwerden was nicht gelingt und er folgt beharrlich in die Unterkunft. Dort stellen wir ihn dann nach geraumer Zeit den Franzosen vor und verabschieden uns scheinbar ins Bett. "Merci Beaucoup" beschweren sich diese dann bei uns, dass sie den Burschen nicht mehr los wurden.

Am 8. August gegen 9 Uhr starten wir dann mit Träger und Führer gen Semeru. Der knapp 20 km lange und im ersten Drittel teilweise sehr enge Weg führt uns durch eine vielfältige und reizvolle Landschaft, überwiegend stark bewachsen aber immer wieder erhascht man von einer der wenigen freien Fläche aus einen guten Blick zum rauchenden Semeru. Erste Station ist der See mit Camp Ranu Kumbolo. Ein schöner, aber  zum Baden (für mich) deutlich zu kalter See, das Camp besteht allerdings lediglich aus einer etwas verwahrlosten und zum Übernachten nicht gerade einladenden Hütte.

Nach einem spärlichen Mittagessen geht es dann weitere 3 Stunden seicht wechselnd bergauf und bergab bis zum Camp Kalimati (besteht ebenfalls nur aus einer dreckigen Hütte , einige  Wanderer zelten hier) direkt am Fuße des Semeru Kegels auf knapp 2600 m Höhe.  Von hier aus kann man dann am nächsten Morgen gegen 2 Uhr aufbrechen um gegen halb sechs den Gipfel des Semeru im Sonnenaufgang zu erleben. Wir zogen es vor noch am ersten Tag bis zum auf knapp 2900 m Höhe gelegenen Camp Arcopodo zu laufen um den steilen Aufstieg am zweiten Tag kürzer zu halten. Camp Arcopodo ist eine kleine Fläche im Wald ohne jegliche Infrastruktur, die Platz für einige Zelte und Lagerfeuer bietet. Mehr nicht!!!!

Camp Kalimati

 

V.l.n.r.: Führer, Träger , Indonesische Studentengruppe

Der Abend am Lagerfeuer mit einer Gruppe indonesischer Studenten war ganz unterhaltsam und erstaunlicherweise (dank Inversionswetterlage) deutlich wärmer als im niedrigeren Ranu Pani. Das 2-Mann Zelt war dann aber mit  Bernd, mir und unseren 2 furchtbar riechenden (ich wusste bis dahin nicht, dass lebende Wesen derart stinken können) und obendrein noch schnarchenden Guides/Träger ein wenig überfüllt und die im Wald lärmenden einheimischen Semeru-Bezwinger  trugen ihren Teil dazu bei, dass wir ab 1 Uhr nicht mehr schlafen konnten.

So entschlossen wir uns gegen 2 Uhr nachts, die letzte Etappe noch hinter uns zu bringen und strebten gen Gipfel.  Schnell waren die ersten 200 Höhenmeter im Wald genommen doch die weiteren 600 Höhenmeter wurden zu einer langandauernden Qual. Extreme Steile in Verbindung mit dem Fehlen von Wegen und bröseligem Schottergestein  beendeten jeden Schritt vorwärts mit einem halben Schritt Abrutschen nach rückwärts.  Auch diese Qual hatte ein Ende und nach gegen halb fünf erreichten wir als erste den Gipfel. Ein eisiger Wind kam uns entgegen aber die leicht rotglühenden heftigen Stein-Gas-Ascheauswürfe des in den Morgenstunden heftig aktiven Semerus entschädigten uns für alles.

Gruppenbild am Gipfel des Semeru

Wir packten uns  warm ein, richteten unsere Ausrüstung her und dann wurde auf dem höchsten Punkt unsere Fahne am extra dafür hochgeschleppten etwa 1,5 Meter hohen Masten aufgestellt.  Während vor alle  Deutsche denen wir davon erzählten das ziemlich beknackt fanden, fanden es die im Zeitablauf recht zahlreich am Gipfel eintreffenden Indonesier extrem gut und wollten alle mit uns und der deutschen Fahne fotografiert werden.

Die Stunden auf dem Gipfel boten uns eine phantastische Aussicht  über die Tenger Caldera im Norden, bis zum Ijen Plateau im Südosten und zur Küste im Westen, einen traumhaft schönen Sonnenaufgang und  jede Menge spannende Eruptionen. Leider war die Windrichtung so, dass die Eruptionswolke beständig über uns ausregnete und wir nach jeder Eruption mit reichlich Sand begossen wurden. Ein Problem für Foto und Videokamera. Objektiv- und Tonkopfverschmutzung war die Folge davon.

Nach einer großen Eruption wagten wir uns für kurze Zeit (Hin- und Rückweg je ca. 5 Minuten, am Rand ca. 3 Minuten für Film und Fotoarbeiten) an den Kraterrand hin um einen schnellen Blick in die Tiefe des Kraters zu erhaschen.  In Anbetracht der Aktivität des Berges empfehle ich aber allen, sich mit dem Bild auf meiner Homepage zu begnügen und diesem schlechten Beispiel nicht zu folgen, denn der Kraterrand liegt eindeutig innerhalb regelmäßiger Steinauswürfe (teilweise deutlich größer als ein Fußball) und eine sichere Eruptionslogik gibt es nicht.

   

Wir beobachten die Eruptionen aus sicherer Entfernung vom Gipfel des Mahameru

 

Entweder man hat Glück oder Pech und in den letzten Jahren gab es einige die Pech hatten und den Berg nicht mehr lebend verlassen konnten !!!!!!!!!!!!!!

Als letzte verließen wir gegen zehn Uhr die Gipfelregion. Die ersten 1100 Höhenmeter bis Camp Kalimati schafft man  "sandsurfend" im Sauseschritt in höchstens einer Stunde. Dann folgten weitere fünf bis 6  Stunden Rückmarsch bis Ranu Pani wo wir bei Tasrip unsere Sachen aufnahmen, die Tour bezahlten (weniger als 60 Euro für 2 Übernachtungen, Führer, Essen für 2 Personen) und mit dem vorab bestellten Jeep wieder zum Yoschi's Hotel auf der anderen Seite der Tenger Caldera fuhren.

 

 

 

 

 Abstieg!!!

 

Am Abend des  9. August war Essen und Ausschlafen angesagt und am nächsten Morgen ging es mit einer vor Ort gebuchten Tour zum Ijen Plateau. Den Tag verbrachten wir überwiegend im Bus bis wir am Abend endlich das Ijen Plateau über Bondowoso und Pos Paltuding erreichten Dort übernachteten wir in einer Kaffeeplantage bei Sempol. Ein kurzer Abstecher am Abend führte uns noch zu einer der dort recht zahlreichen heißen Quellen.

Früh morgens um 5 Uhr  starteten wir dann am 10. August in Richtung Kawah Ijen, einem  aktiven Vulkan, bekannt durch seinen türkisfarbenen Kratersee und den dort betriebenen Schwefelabbau. Indonesische Schwefelarbeiter  bauen an der Fumarole am Kratersee Schwefel unter einfachsten Bedingungen (keine Atemmaske bei furchtbarem, beißendem SO2-Gestank) ab und tragen den Schwefel in über 50 kg schweren, über die Schulter gehängten Körben  zur mehreren Kilometer weit entfernten Schwefelfabrik. Eine extrem gesundheitsschädliche Knochenarbeit für 2 Euro pro Tag. Überdurchschnittlich viel für einen indonesischen Arbeiter.

 Kratersee des Kawah Ijen

Bedingt durch die überraschende Eruption des Bromo im Juni 2004, die 2 Personen das Leben kostete sowie erhöhte seismische Aktivität  des Kawah Ijen  im Juli 2004 waren die indonesischen Behörden sehr vorsichtig und der Zugang in den Krater war offiziell gesperrt. So trafen wir nur halbvolle Körbe mit Schwefel, aber keine arbeitenden Menschen an.

 

Der Kawah Ijen liegt zwar ein wenig ab vom Schuss, ist aber mit einem Jeep sehr gut zu erreichen und wird deshalb von manchen Touristen besucht. Bis auf etwa 500 Höhenmeter kann man heranfahren und die restliche Strecke ist auf einem gut ausgebauten Weg in etwas mehr als einer Stunde gut zu bewältigen.  Oben am Kraterrand hatten wir einen guten Blick auf den See und mit Maske ausgerüstet konnten wir uns auch in den damals gesperrten Krater hineinwagen. Ein Schild wies auf Gefahren hin der Zutritt wird aber nicht kontrolliert.

 oben: Blick auf See und Fumarole              links:  Abbaustelle    

 

Also nix wie runter!! Ein ordentlicher Weg führte uns wie (wenn offen) die Schwefelarbeiter zur Fumarole. Flüssiger Schwefel fließt dort begeleitet von beißenden Dämpfen über die Hänge in den dampfenden, türkisfarbenen Kratersee. Der Aufenthalt an der Fumarole kann nur mit ordentlicher Atemschutzmaske empfohlen werden. Nach etwa einer Stunde Umschauen, Filmen und Fotografieren ging es dann wieder zuerst nach oben an den Kraterrand und dann nach unten zum wartenden Jeep der uns von dort aus direkt nach Banyuwangi, der Fährstation nach Bali, brachte.

Mit Fähre und Bus ging es dann bis Denpassar und von dort aus nach Kuta wo wir am Abend des 11. August im Hotel New Arena ankamen. 2 Strandtage zum Ausruhen im lebhaften aber nicht zu vollen Kuta  lagen vor uns, bevor es am 14.August von Denpassar nach Maumere in Ost-Flores weiterging. Der im Januar und Juni 2004 ausgebrochene Gunung Egon sollte unser nächstes Ziel werden.

 Anflug auf Maumere, im Hintergrund Gunung Egon

Am Flughafen Maumere angekommen erhielten wir einen einem Hotel-Tip. Das 30 km ostwärts gelegene Resort einer ausgewanderten Schweizerin sollte die ideale Basis für unseren Aufstieg zum 1600 Meter hohen Egon sein. Dort zusammen mit einem schweizer Paar angekommen mussten wir leider feststellen, dass das Resort (einfach aber ordentlich) ausgebucht war

Gunung Egon von Waigete aus

Unsere Luxus-Hütte bei Wodong

 und nur noch das  danebenliegende "Resort" (sehr einfache, ein wenig runtergekommene Bambushütten ohne Strom  und sanitäre Einrichtungen) Unterkunft bot.Das schweizer Paar reiste gleich wieder ab. Wir blieben (die Lage zum Egon war optimal und 3 Euro  pro DZ mit Frühstück war auch ok) und erkundigten uns bei der Schweizerin  über den Egon erhielten aber keine vernünftigen Infos.

 

"Alle Wege sind verschüttet", "Keiner traut sich hoch", "derzeit viel zu gefährlich" waren die Infos. Richtig war, dass keiner sich an den Berg herantraute. Deshalb mussten wir unnötig weit laufen weil trotz Straße bis auf 900 Höhenmeter kein Auto uns hinfahren wollte und wir schon 6 km davor bei 300 Höhenmeter ausgesetzt wurden. Um 3 Uhr Mittags verabredeten wir uns zur Abholung. der Weg der Straße entlang war gut passierbar und auch der Pfad zum Gipfel war gut erkennbar und kein Problem. Ein wenig  Schwefelduft aus der dünnen Ascheschicht der letzten Eruption lag in der Luft aber  von Verschüttungen konnte keine Rede sein. Oben erwartete uns ein friedlich fumaroler großer Krater mit 3 ebenso tiefen wie kleinen Eruptionskratern und einigen dampfenden Spalten. Die Ascheablagerungen der letzten Eruption waren überall gut seh- und riechbar, während aus den fumarolen überwiegend Wasserdampf  mit wenig riechenden Gasen entwich.

Karaterbereich des Gunung Egon,

Bild rechts zeigt den aktven Schlot

Nachdem wir den Krater ausgiebig erkundet, fotografiert und gefilmt hatten ging es wieder abwärts in Richtung unserem Treffpunkt. Leider kam der Fahrer nicht. Zehn weitere Kilometer zu Fuß (glücklicherweise auf Straße leicht abwärts) lagen vor uns.  Im  "Resort" angekommen packten wir unsere Sachen und organisieren an der Straße ein Bemo (Sammeltaxi) nach Maumere wo wir die  halbe Nacht verbrachten. Leider nur die halbe, denn um 2 Uhr morgens  wartete unser am Abend organisierter Fahrer auf uns um uns zum Vulkan Kelimutu und danach nach Ende zu bringen.

Am Morgen des 16. August gegen halb  sieben kamen wir dann auch am Kelimutu an. Glücklicherweise kann man an diesem Drive-In-Vulkan bis auf 10 Minuten Fußweg zum Kraterrand fahren, nach all den recht langen Märschen an Semeru, Merapi, Ijen und Egon hatten wir erstmal genug vom Wandern. Deshalb tummeln sich aber auch einige Touristen oben. Zwar bereist so gut wie jeder Flores-Tourist auch den Kelimutu, da aber nicht  gerade Massen über Flores herfallen hält sich aber auch die Zahl der Kelimutu Touristen in engen Grenzen.  Gedacht war ein kurzer Abstecher zum Sonnenaufgang am Kelimutu und dann weiter bis Ende mit unserem Fahrer und anschließend mit öffentlichem Bus  im Tagesverlauf so weit wir kommen gen Westen.

Da machte uns das Wetter aber einen Strich durch die Rechnung. Der Sonnenaufgang blieb uns verborgen, statt dessen Regen, Nebel und Kälte. Wir  beschlossen im Auto zu warten und schliefen erstmal eine Runde.

 

10 Uhr: Immer noch Regen und Nebel.

11:30 Uhr: Es hört auf zu Regnen und die Wolken steigen auf so dass sich der Nebel vom Berg löst. Wir gehen zum Kratersee und erfreuen uns bei mäßigem Licht an den  verschiedenfarbigen Seen. Bevor wir aber den dritten See richtig sehen fällt der Nebel wieder ein, regen beginnt erneut und wir sehen die Hand vor unseren Augen nicht mehr. Wir gehen zurück zum Auto und warten weiter.

13:30 Uhr: Wir fahren zurück nach Moni, einem Bergdorf das vom Kelimutu Tourismus lebt und essen etwas. Wir entschließen uns so lange hier zu bleiben bis das Wetter besser wird.

Kelimutu

15:00 Uhr: Innerhalb weniger Minuten klart es auf und die Sonne scheint über dem Kelimutu. Ruckzuck fahren wir hoch zum Kraterrand und erleben die 3 verschiedenfarbigen Seen (bei uns türkis, braun, schwarz) im Lichte der späten Nachmittagssonne.  Gegen 17:30 Uhr fahren wir dann weiter in Richtung Ende wo wir dann gegen 20 Uhr ankommen.  Der Fahrer erhält dann ein großzügiges Trinkgeld denn entgegen der Verabredung, uns gegen 12 Uhr in Ende abzuliefern  harrte er ohne zu murren mit uns  die Ganze Zeit am Kelimutu aus. In Ende angekommen organisieren wir uns noch einen Fahrer für die morgige Fahrt nach Labuanbajo sowie einen Mitfahrer damit der Preis pro Person ein wenig günstiger wird und legen uns schlafen

17. August: Um Fünf Uhr brechen wir von Ende aus in Richtung Labuanbajo auf. 350 km Fahrt quer durch Flores auf nicht immer ganz so guten Straßen stehen uns bevor.  Die Fahrt führt uns  über Boawwe, vorbei am aktiven und von unten sichtbar schwefligen Vulkan Gunung Ebulobo,  nach Bajawa, zum Vorzeigeort Bena (ein touristisch hergerichtetes Dorf),  durch das Bergdorf Ruteng am Fuße des Vulkan Gunung Ranaka und durch die Reisfeldbedeckten Tieflandflächen bis nach Labuanbajo, der Hafenstadt die als Ausgangspunkt für Touren nach Rinca und Komodo bekannt ist. Unser Fahrer war teilweise ein wenig mürrisch und wollte uns trotz vorheriger Verabredung nicht zu den heißen Quellen " Malanage Air Panas" bei Nage bringen. Für uns entfiel leider dieser Programmpunkt, für den Fahrer das komplette Trinkgeld!

 

18.August: Früh morgens organisieren wir uns ein Boot für eine zweitägige Tour von Labuanbajo nach Rinca am selben Tag weiter nach Komodo mit Übernachtung und am zweiten Tag weiter bis Sape, dem östlichsten Hafenort auf Sumbawa, ebenfalls Ausgangspunkt für Touren nach Komodo.

Ein freundlicher Kapitän mit Koch der sein Handwerk verstand versorgten uns mit Essen und Getränken während wir uns unter dem Sonnensegel an Deck erholten.

Den etwa dreistündigen Aufenthalt auf Rinca nutzten wir für eine ausgiebige Tour mit einem ebenso freundlichen wie interessierten Führer  während der wir zahlreiche Warane in Wildnis beobachten konnten.  Im Camp trifft man dann auch noch einige Artgenossen die erkannt haben dass die "Jagd" nach Essensresten einfacher ist als die  nach Tieren. Diese  lümmeln träge im Schatten unter den Hütten herum und bieten uns Touris gute Motive fürs Fotoalbum.  Anschließend geht die Fahrt dann weiter nach Komodo, der Insel denen die Komodo-Dragon ( auf Deutsch Komodo-Warane) Ihren Namen verdanken.

 Hier übernachten wir , unternehmen morgens nochmal eine zweistündige Waran-Exkursion mit Führer und  bewundern die bis zu 4 Meter langen Riesenechsen.  Obwohl wir von einigen Travellern hörten dass Komodo scheinbar viel zu touristisch ist und Rinca die ursprünglicherer Alternative bietet übernachteten wir im Komodo Camp als Einzige  Touris, während die Hütten in Rinca ausgebucht waren. Zum anderen hörten wir, dass man in Rinca aber  weniger Warane  findet. Während unserer Wanderung über Rinca sahen wir 10-15 Exemplare, in Komodo während  über 2 Stunden Trekking durch die Wildnis jedoch nur Einen. Dafür waren im Lager auf Komodo 5-10 teilweise sehr große Warane anwesend.

Nachdem wir am morgen des 19. August die Warane auf Komodo ausgiebig beobachten konnten und gegen 10 Uhr ein paar Schiffe mit unzähligen Tagestouristen einfielen verließen wir dann die Insel mit unserem Boot gen Sape. Wir verbrachten wieder einen schönen Tag an Deck, ließen es uns gut gehen und genossen die vorbeiziehende Landschaft. der Weg führte uns entlang der Nordküste Komodos, vorbei an der Vulkaninsel Gunung Api durch die Sape Straße bis wir kurz vor Sonnenuntergang den Hafen von Sape erreichten, wo wir uns nach langen, zähen Preisverhandlungen ein Bemo bis Bima organisierten.

Am morgen des 20.8. flog ich nach Denpassar, einen Tag darauf weiter nach Jakarta von wo aus ich noch die Vulkaninsel Krakatau besuchte, und am 29.8 flog ich zurück nach Deutschland wo ich am Abend des selbigen Tages noch ankam.

 

 

Kinder aus verschiedenen Orten auf Flores, deutlich zu erkennen ist die ethnische Vielschichtigkeit der auf Flores lebenden Menschen