-Vanuatu-
 

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Vanuatu besuchte ich vom 10.8.-10.09.2006.

Wir besuchten die Inseln

-Efate, (Hauptinsel mit Hauptstadt Port Vila). Sehr ruhige Insel,  nach 2 Tagen wird es einem aber langweilig.  Ich muste leider 5 Tage dort ausharren, viel zu berichten gibt es aber nicht.

-Ambae , allerdings die Gruppe ohne mich dank der Zuverlässigkeit der Airline AIR VANUATU,  die meinen Zubringerflug  von Neukaledonien  aus  kurzfristig stornierte, so dass ich eine Nacht in Neukaledonien zelten durfte. Auch ganz schön, nur nicht wenn man zu an einem Termin die Reisegruppe treffen möchte.  Die Nacht verbrachte ich auf einem öffentlichen Campingplatz am Meer. Die Morgenstimmung wäre noch besser gewesen wenn ich nicht gewußt hätte, dass meine Reisegruppe  gerade von Efate aus in Richtung Ambae aufbricht

-Epi.  Hier soll es heiße Quellen geben die wir nicht gefunden haben. Wir  flogen von Efate aus nach EPI  und waren zur Vorbereitung unserer Bootsfahrt auf die Vulkaninsel Lopevi einen Tag dort. Ruhige, entspannte Insel. Wir verbrachten den Tag mit der vergeblichen Suche nach den heißen Quellen sowie mit Herumlungern am Strand und Vorbereitungen für die morgige Überfahrt

-Lopevi. Diese Insel besteht nur aus dem Vulkan Lopevi, der leider  gerade Betriebsfereien hatte;  Hier wohnt auch niemand mehr und man muß Wasser wie Proviant selbst mitnehmen. Die. Anreise mit sehr teuerem Charterboot (ca. 400 USD) von Epi aus war ein Abenteuer an sich.  Für das kleine Boot deutlich zu hohe Wellen  duschten uns regelmäßig aber als wir dort ankamen waren wir vor allem erleichtert, dass das Boot nicht gekentert ist. Ein zweieinhalb Stunden Spaziergang brachte uns zum Gipfel des ca. 900 m hohen Vulkans. Außer Dampf und etwas heißen Steinen an den Fumarolen war nicht viel geboten. Der letzte Ausbruch lag aber nur wenige Wochen zurück Wir übernachteten eine Nacht  auf dem Gipfel. Dass nach einem wolkenlosen Abend  gegen Mitternacht plötzlich Regen und Wind einsetzte haben wir nicht erwartet. Der Abstieg bei Nacht und Nässe war auch zu gefährlich. So  verbrachten  wir frierend und uns an Fumarolen wärmend die Nacht  in Gipfelnähe mit völlig unzureichender Ausrüstung. Brrr... kann die Südsee kalt sein.( Das war aber nur ein Vorspiel zu dem was uns auf Ambrym erwartete)   Ein Boot, das nicht einmal die Bezeichnung Nußschale verdient hat brachte uns nach zwei Tagen auf Lopevi dann in einer abenteuerlichen Seeefahrt bei reichlich Wellengang  und noch viel mehr Wasser aus dem Boot schöpfen zur Insel

-Ambrym  (Vulkane Benbow und Marum)  wo  uns die extrem freundlichen, vom Kokosnußanbau lebenden  Inselbewohner der kleinen Siedlung   neugierig empfingen. Wenn es  während der 6 Tage nicht so viel geregnet hätte wäre es evtl. gut gewesen. Jeden Tag stiegen  wir von unserem Basiscamp  zu einem der aktiven Krater auf. Jedes Mal wurden wir nass und sahen nur Nebel und Regen.  In der Hoffnung auf besseres Wetter verlängerten wir sogar den Aufenthalt im Basiscamp um einen Tag was aber auch nichts nutzte. Während der 6 Tage sahen wir einmal  für weniger als 5 Minuten  hinunter in den Aktiven Krater des  Marum.  Ein etwa  10 Meter (Durchmesser) großer Lavasee zeigte sich uns in mehreren Hundert Meter Tiefe.  Das war leider wenig spektakulär.  Nunja, man kann nicht immer Glück haben. Zu allem Übel aber kam noch die reichlich  schlechte Organisation unseres Reiseleiters von VEI dazu. Die 6 Tage waren begleitet von ständigem Hunger, da trotz vorheriger Information  vor dem Aufstieg deutlich zu wenig Proviant mitgenommen wurde.

Hier zwei Bilder mit typischem Ambrym-Südsee Wetter....

....und dem etwas klein geratenen Lavasee im Ambrym Krater MARUM

 

Das  Ergebnis war eine allerfeinste Vulkandiät. Morgens  2 Kekse, Mittags einen kleinen Teller Spagetti mit Tomatensoße oder Tunfisch ( halbe Kinderportion)  und abends wieder 2 Kekse.  Diese Verpflegung in Verbindung mit  Nebel, relativer Kühle und  auch sonstiger Mißorganisation  brachte leider keine gute Stimmung.. Danach war mir klar. Nach 2 guten Reisen  (Äthiopien 2002 und Tansania 2004) mit VEI war das meine letzte Reise mit dieser Organisation.

Nach 6 Tagen ging es dann wieder  hinunter und wir übernachteten noch einen Tag an der Küste.  Das Meer bot uns ein wahres Schnorchelparadies im warmen Wasser mit unzähligen Tropenfischen.  Am nächsten Tag ging es dann vom Flugplatz (Wiese!!!!) mit einem kleinen Flugzeug  zurück nach Afate und von dort aus am folgenden Tag nach 

- Tanna zum Vulkan  Yasur. Wie die Bilder unten andeuten wurden wir hier für alles entschädigt. Das Flugzeug flog zwar ohne unser Gepäck ( dies kam dann am folgenden Tag an) aber Hauptsache wir waren dort. Unmittelbar nach Ankunft trieb uns die Neugier hoch auf den nur ca  400m hohen Vulkan. Man kann sich sogar bis ca. 50 Meter unter den Kraterrand fahren lassen aber unsere Reiseleitung war ein wenig sparsam.... so mußten wir immer laufen. Ist  vor allem morgens um 3 Uhr zwar etwas ärgerlich ( man könnte sonst ne Stunde länger schlafen) aber ansonsten  kein großes Problem.

ich am äußeren Kraterrand des Yasur

Schon beim ersten Malaber auch bei den weiteren täglichen 2 Besuchen der Kraterlandschaft  wurden wir  bestens entschädigt für schlechte Reiseorganisation und  schlechtes Wetter der vorangegangenen Reiseteile. Die Reiseorganisation wurde zwar nicht besser dafür aber das Wetter. Es regnete nun nicht mehr und wir hatten Sicht auf den aktiven Kraterbereich. Mit ohrenbetäubendem Getöße wurden  bis zu schankgroße Gesteinsbrocken mehrere Hundert Meter in die Höhe befördert. Die Druckwelle wurde teilweise noch am äußeren Kraterrand  deutlich gespürt. 2  Schlote verrichteten gute Arbeit. Allerdings sehr unterschiedlich.  2 Schlote bildeten feine Achewolken. Mal mit dem Lärm eines Kampfjets, am nächsten Tag flüsterleise  um dann Tags darauf wieder ordentlich  Krach zu machen. Die 2 westlichen Schlote erzeugten mit  ordentlich Krach  schöne Aschewolken die mit den bis zu schrankgroßen Steinen Durchsetzt waren.

Blick vom äußeren Kraterrand

Leider konnte man vom äußeren Kraterrand nicht voll bis zum Kraterboden  sehen. Es juckte uns in Finger und Füßen  an den inneren Kraterrand zu gehen, aber immer wieder schlugen dort kräftige Bomben ein. Am letzten Tag waren wir dann soweit.  Die Neugier und Filmlust war mal wieder größer als die Vernunft.....

Wir gingen zu zweit runter, schossen kurz einige Bilder  und stellten die Kamera  auf's Stativ  mit Blick auf das zentrale Loch.  Dann ging's schnurstracks wieder nach oben. Einmal wurde ich unterbrochen vom Getöße des Vulkans. Ein etwa 1 mal 1 Mater große Bombe  verirrte sich  in der Richtung und flog mir entgegen. Anhalten, Beobachten und ggf ausweichen ist da besser al planloses  wegrennen.  Mit pfeifendem Ton  schlug die Bombe dann aber doch noch 20 Meter neben mir ein.... Schnell ging es hoch zum sicheren äußeren Kraterrand.   Dann  nach einer Studne nochmal runter, Kamera aufnehmen und ruckzuck wieder  hoch. Wir hatten fantastische Videos im Kasten (gibt es bei Fotolia.de , shutterstock.com und istockphoto.com  anzusehen und zu kaufen!). Dennoch kann ich es wegen des Risikos niemanden empfehlen, unserer Unvernunft zu folgen

Die  nächsten 5 Tage liefen nun  nach identischem Muster ab. Aufstehen um 3, hoch auf den Berg, unter um halb 9. Frühstücken, ausruhen, etwas Insel erkunden.  Gegen 4 Uhr nachmittags dann wieder hoch auf den Berg und um 8 Uhr abends wieder runter. Abendessen und ab in die Kiste, am nächsten Morgen geht es wieder früh raus.

So vergingen die Tage wie im Flug und nach knapp einer Woche ging es dann wieder nach Efate zurück  von wo aus  ich 2 Tage darauf über Neukaledonien und Japan  mit 2 Tagen Aufenthalt in Tokyo nach Hause flog.

 

 

FAZIT:

Vanuatu ist:

Sehr teuer, schlecht erschlossen, kühl , windig, regnerisch, in den Bergen neblig und hat viele extrem unzuverlässige  Leute

aber auch: Sehr freundliche, unbeschwerte Menschen vor allem  in den vom Tourismus kaum berührten Gegenden.

Als Urlaubsland eignet es sich nicht für Strand-Badeurlaub  und nur bedingt für Rucksackreisen durchs  Land.

Sehr gut geeignet ist es wenn man

-viel Geld  und viel Zeit hat

-wenig Ansprüche an Infrastruktur und Komfort stellt

-Vulkane sehen will  und sich vorher genau über die Aktivitätslage informiert (was schwierig ist denn selbst in der Hauptstadt  bekommt man kaum Infos zu den  weiter entfernten Vulkaninseln)

-kein Problem hat auch lange Zeit in Regen und Nebel zu campen

Inselbewohner erleben will die sehr einfach leben, sich wirklich freuen Touristen zu treffen und sehr freundlich und hilfsbereit sind ohne gleich die Hand aufzuhalten. So derart freundliche und fröhliche Menschen hätte ich im Vorfeld niemals erwartet und bisher  bei noch keiner meiner Reise erlebt.  Diese Reise hat eindrucksvoll gezeigt, dass Glück und Zufriedenheit  wenig  mit Geld und Wohlstand zu tun hat.